Obedience – die „Hohe Schule“ der Unterordnung

 

Ist ein Hund nicht artgerecht ausgelastet, kommt er früher oder später auf dumme Gedanken. Da heutzutage kaum noch ein Hundehalter eine Schafherde besitzt oder aktiv jagen geht, müssen Alternativen her. Beim Hundesport geht es nicht nur darum, den Hund zu beschäftigen, sondern auch um jede Menge Spaß für Mensch und Tier. In den folgenden Wochen werden wir Ihnen nach und nach verschiedene Hundesportarten vorstellen und beginnen mit „Obedience“, einer Sportart, die sich seit 2002 in Deutschland als Wettkampfsport etabliert und ihren Ursprung in England hat.

Obedience leitet sich vom englischen Wort für Gehorsam ab und wird oft mit Dressurreiten verglichen. Anders, als der Name vermuten lässt, geht es aber nicht um Drill, sondern um die perfekte Kommunikation zwischen Menschen und Hunden basierend auf Vertrauen, denn der Spaß steht im Vordergrund. Der Hund soll die ganzen Übungen über ein „Lächeln“ im Gesicht tragen. Auch die Sozialverträglichkeit mit anderen Menschen und Hunden und der Gehorsam auf Distanz wird überprüft. Obedience ist für Hunde aller Rassen, aller Größen und jeden Alters geeignet, was die Sportart auch für Besitzer älterer Tiere interessant macht.

Eine Obedience-Einheit besteht aus bekannten Übungen (beispielsweise Sitz, Platz, Steh oder Bleib) und ist in verschiedene Schwierigkeitsklassen (Beginners – Obedience |||) gegliedert. Je nach Größe und Alter des Hundes werden Hürden oder Apportierhölzer angepasst und die Hunde werden nach ihren besonderen Eigenschaften und der Grundgeschwindigkeit ihrer Rasse bewertet, so, dass wirklich jeder Teilnehmer die gleichen Chancen hat. In einer Prüfung muss der Hund insgesamt zehn Aufgaben erfüllen, die jeweils mit 5-10 Punkten bewertet werden. Während der Prüfung sind ein Prüfungsrichter und ein Ringsteward, der dem Hundeführer die Aufgaben mitteilt, anwesend. Der Ringsteward ist deswegen wichtig, weil es im Obedience anders, als in anderen Hundesportarten, kein festes Aufgabenschema gibt und der Prüfungsteilnehmer die erforderlichen Aufgaben erst während der Prüfung erfährt. Das und die Tatsache, dass der Hundeführer die Hör- und Sichtzeichen sofort nach der Freigabe durch den Ringsteward geben muss, kann durchaus als erhöhte Schwierigkeit gedeutet werden.

In vielen Punkten hat Obedience Ähnlichkeiten mit dem Gehorsamkeitsteil aus Rettungshunde- oder Schutzhundeprüfungen. Mögliche Aufgaben sind zum Beispiel das „Fuß“-Gehen mit und ohne Leine, „Platz“ oder „Steh“ aus der Bewegung, „Bleib“ mit und ohne Sichtkontakt, der Abruf, das Voranschicken oder das Apportieren eines Geruchs-Holzes (Mehrere Hölzer liegen aus, eines trägt den Geruch des Hundeführers. Dieses muss identifiziert und gebracht werden). Außerdem ist die Distanzkontrolle ein Teil der Prüfung. Wichtig hierbei ist aber, dass der Hund weich geführt wird. Wie schon erwähnt ist Drill, Druck oder Zwang beim Obedience fehl am Platz, denn der Hund soll die Übungen nicht einfach nur ausführen, sondern auch Spaß daran haben. „Umgang Mensch-Hund“ wird als eigene Übung gewertet, bei der es um die freudige Arbeit des Hundes und die Vertrauensbindung, sowie die gute Verständigung des Teams ankommt.

 

 

 

 

 

 

 

Geschrieben von Sarah