Tierarztbesuch – so stressfrei, wie möglich!

 

Früher oder später kommt es auf jeden von uns zu: das geliebte Haustier muss zum Tierarzt. Egal ob Routineuntersuchung, Impfung oder ernsthafte Verletzung – ein Tierarztbesuch bedeutet Stress. Doch da Arztbesuche, genau wie tägliches füttern und beschäftigen, einfach zur Tierhaltung dazu gehören, sollte man versuchen, dem geliebten Haustier das Unvermeidliche so angenehm, wie möglich zu machen.

Meerschweinchen

Meerschweinchen sind sehr stressanfällige kleine Lebewesen und trotzdem äußern sie Schmerzen, Stress und Angst nur unauffällig. Halter dieser wundervollen Nager sollten daher genauestens auf die kleinen Anzeichen ihrer Mitbewohner achten. Aufgerissene Augen, Erstarren und Zähnewetzen können z.B. Angstzeichen sein. Außerdem sind Meerschweinchen außerordentlich sozial und nur ungern allein. So kann es ihnen helfen, wenn der beste Schweinchen-Freund ihnen moralischen Beistand leistet und sie zum Tierarzt begleitet. Allerdings betreiben sie keine soziale Fellpflege und genießen deswegen, anders, als z.B. Katzen oder Hunde auch Streicheleinheiten nicht. Aus diesem Grund sollte Körperkontakt auf das allernötigste beschränkt werden und das gilt nicht nur für den Tierarztbesuch, sondern auch für den alltäglichen Umgang mit Ihren Lieblingen.

 

Katzen

Für viele Katzen beginnt der Stress schon mit dem ersten Blick auf die verhasste Transportbox. Diesem Stress kann einfach vorgebeugt werden, indem man die Katze schon an die Transportbox gewöhnt, bevor das erste Mal der Tierarzt ruft. Training und Geduld heißen hier die Zauberworte. Die Transportbox kann offen in die Wohnung gestellt werden und die Katze mit Leckerlies oder Spielzeug hineingelockt werden, so, dass die Samtpfote freiwillig hinein geht und die Box mit etwas Positivem verknüpft. Dies übt man für einige Tage und versucht dann einmal die Box zu schließen, wenn die Katze sich in ihr befindet. Erst für wenige Sekunden und später dann für einige Minuten. Dabei lenkt man die Katze zu Anfang ab, damit sie keine Panik bekommt und sich ruhig verhält. Katzen lernen so schnell, dass die Transportbox nichts Schlimmes ist und sich sogar super als Rückzugsort und Kuschelhöhle eignet. Geduld ist hierbei allerdings das allerwichtigste, denn unter Stress und Druck lernt es sich nicht gut. Drängen Sie Ihre Katze nicht in die Box und verlangen Sie nicht gleich zu viel von ihr. Das Training soll schließlich beiden Parteien Spaß machen. Wenn die Katze für einige Minuten entspannt in der Box liegt, kann man sogar schon üben, sie in ihrer Höhle herumzutragen oder kurze Strecken mit dem Auto zu fahren. Wichtig ist, dass die Transportbox immer sichtbar in der Wohnung steht und auch im Alltag von der Katze als Rückzugsort benutzt werden kann. So lernt sie, dass nicht jedes Betreten automatisch heißt, dass es zum Tierarzt geht.

Ist man dann schließlich in der Praxis, heißt es Ruhe bewahren. Sind Sie selbst entspannt, überträgt sich das im besten Fall auf Ihren Stubentiger. Außerdem hilft es Katzen, wenn man sie etwas erhöht stellt und ihre Box mit einer Decke abdunkelt, denn so müssen sie keinen aufgezwungenen Kontakt mit Hunden oder anderen Praxisbesuchern aufnehmen. Im besten Fall besitzt die Tierarztpraxis einen abgetrennten Wartebereich für Katzenhalter, doch diesen Platz haben leider die wenigsten.

 

 

 

 

 

 

 

Hunde

Hundebesitzer haben das Glück, dass sich ihr Tier in der Regel durch Erziehung gut auf Tierarztbesuche vorbereiten lässt. Mit Erziehung ist hierbei aber nicht „Sitz“ und „Platz“ gemeint, sondern, dass sich das Tier stressfrei und selbstverständlich überall anfassen lässt. Das können Sie zu Hause gut üben, indem sie Berührungen an Ohren, Augen, Pfoten oder die Kontrolle des Mauls positiv verstärken und so konditionieren.

 

Frisch gebackenen Hundebesitzern wird geraten, die Praxis mit Ihrem neuen Hund schon einmal zu besuchen, bevor es nötig wird. So kann der Hund die Gegend ganz ohne Stress erkunden, lernt das Praxisteam kennen und bekommt im besten Fall ganz viele Streicheleinheiten und Leckerlies, ohne, dass er auf den Behandlungstisch muss oder Schmerzen erfährt. Das bleibt in guter Erinnerung und Ihr Hund wird die Praxis das nächste Mal ganz sicher freudig und gut gelaunt betreten.

Und noch ein wichtiger Tipp zum Schluss: zeigen Sie Ihrem Hund kein Mitleid. Wenn Sie Ihren Hund schon im Warteraum permanent bemitleiden und ihm sagen, was für armer Kerl er doch ist, wird er erst recht Angst bekommen, weil er glaubt, dass gleich etwas ganz Schlimmes passieren muss, wenn Frauchen oder Herrchen so aufgeregt sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

  • Geschrieben von Sarah